Hofgeismar. Wenn zur Herbstzeit in Oberweser einen ganzen Tag lang immer wieder das Martinshorn zu hören ist, dann finden wieder die „Praxistage Oberweser“ statt. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Kreisverband Hofgeismar und die Feuerwehr Oberweser üben zusammen an mehreren Stationen Einsatzsituationen, die so auch jeden Tag als Ernstfall auf sie zukommen können.
In diesem Jahr konnten die Rettungskräfte an vier Stationen ihr Können unter Beweis stellen. Im Kindergarten musste ein Brand bekämpft werden, vordringlicher war aber noch die Rettung von Personen aus dem brennenden Gebäude. Während die Feuerwehr die Verletzten unter schwerem Atemschutz aus dem Gefahrenbereich rettete und die Brandbekämpfung vornahm, wurden die „Verletzten“ von den ehrenamtlichen Rotkreuz-Kräften bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes medizinisch versorgt.
An der zweiten Station, ein landwirtschaftliches Anwesen, wurden die Retter vor eine anspruchsvolle Aufgabe gestellt: Der Landwirt lag regungslos in einer Güllegrube. Besonderes Augenmerk legten die Organisatoren des Praxistags, Dirk Biene, Bereitschaftsleiter DRK Oberweser, und Peter Munk, Gemeindebrandinspektor Oberweser, hier auf die Eigensicherung der Einsatzkräfte. Die Rettung aus der Güllegrube musste auf Grund des Kohlendioxydsanteils (CO²) in der Grube unter schwerem Atemschutz durch die Feuerwehr vorgenommen werden. Erst danach konnten die Rotkreuzler sich der weiteren Behandlung des Landwirtes annehmen. An der dritten Station hatte sich ein Forstwirt bei Arbeiten mit der Kettensäge eine schwere Verletzung zugezogen, die es zu versorgen galt. An der letzten Ausbildungsstation lauerten auch wieder Gefahren für die Einsatzkräfte: In einer Wohnung waren die Mieter bewusstlos zusammengebrochen, nachdem sie in der Wohnung mit Holzkohle gegrillt hatten. Auch hier war die Feuerwehr mit ihren Atemschutzgeräten gefragt.
„Bis auf wenige Ausnahmen haben die Kollegen alle gestellten Aufgaben bravourös gelöst, und die Fehler die gemacht wurden, werden im Einsatz so sicher nicht wieder vorkommen“ so Dirk Biene vom DRK. Dem stimmte Peter Munk.


