Landkreis. Die Luchse erobern unsere Region. Immer mehr dieser Wildkatzen wandern zu oder werden mittlerweile sogar in unseren Wäldern geboren. Um den Pinselohren beser auf die Spur zu kommen, wurden zahlreiche Fotofallen aufgestellt. Seit einem Jahr wird systematisch geknipst. Den Luchsjägern ist dabei so einiges in die Falle gegangen. Deshalb steht eindeutig fest: Der Luchs ist in Hessen wieder zu Hause!
Gerd Bauer, Koordinator im Arbeitskreis „Hessenluchs“ und Thomas Norgall vom BUND sind mehr als zufrieden: „Dieses tolle Ergebnis übertrifft unsere Erwartungen.“ Im vergangenen Jahr ist es durch die Zusammenarbeit vom Arbeitskreis Hessenluchs und Hessen-Forst gelungen, die heimlich lebenden Tiere nachzuweisen. „Wir waren überrascht, so schnell Luchse vor die automatischen Kameras zu bekommen und nachweisen zu können“, freut sich Stefanie Fester, Mitglied im Landesvorstand des NABU Hessen. „In zehn Fällen lösten freilebende Luchse 2011 die automatische Kameras an fünf Standorten aus und erzeugten so 47 einzelne Fotos“, berichtet Gerd Bauer, Koordinator des AK Hessenluchs.
Waldbesucher sollen Beobachtungen melden

Berichteten zum Thema Luchs: (v.li.) Michael Gerst (Leiter Landesbetrieb Hessen-Forst), Gerd Bauer (AK Hessenluchs), Martina Denk (Diplom Biologin, Autorin Fotofallen-Bericht) und Christian-Peter Foet (Luchsbeauftragter und Forstamtsleiter Melsungen). Foto: Schaumlöffel
„Neben den Fotofallen sind wir vor allem auch auf Hinweise Drittter wie Wald-Spaziergänger und Jäger angewiesen“, so Luchsbeauftragter Christian-Peter Foet. „Wir wissen aber immer noch nicht, wie viel Luchse in unseren Wäldern genau leben. Die Luchse sind an den Beinen nur gering gefleckt. Deswegen besitzen sie keine eindeutigen Merkmale, um festzustellen, ob es sich um den gleichen oder um verschiedene Luchse handelt.“ Viele Aufnahmen seien verwackelt.
Trotzdem habe man viele wichtige Erkenntnisse mit der Aktion, die vorerst bis September des Jahres fortgesetzt werden soll, sammeln können. Ein Fotobeweis, dass Luchse in unseren Wäldern sogar geboren werden, gelang in der Revierförsterei Melsungen. Dort ging eine Luchsin mit zwei Jungen in die Fotofalle.
Eindeutiger Schwerpunkt der Luchsnachweise sind die Wälder der Forstämter Melsungen und Hessisch Lichtenau. In ihnen gelangen in den zurückliegenden 15 Jahren zahlreiche Feststellungen des Luchses. Nachdem vor zwei Jahren der im Harz besenderte Jungluchs „M2“ in dieses Waldgebiet eingewandert war und 2010 dann einem Wanderer Filmaufnahmen einer Luchsin mit Jungtier gelangen, startete der Arbeitskreis Hessenluchs die Fotofallen-Kampagne.
Dass Luchse es auch in Hessen schwer haben, zeigt ein Skelettfund aus der Söhre. Es konnte nur noch der Schädel erwachsenen Luchses geborgen werden. Im Oktober 2011 wurde ein „halberwachsener“ Luchs tot im Untersuchungsgebiet gefunden. Als Todesursache ermittelte die Universität Gießen akutes Herz-Kreislaufversagen als Folge einer massiven Abmagerung.
Weitere Infos unter: www. luchs-in-hessen.de
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Fotofallen
Im Forstamtsbereich Melsungen wurden 30 Fotofallen Ende Januar, Anfang Februar 2011 aufgestellt. Elf Fallen wurden im Verlauf des Untersuchungszeitraums umplatziert.
Im Forstamtsbereich Hessisch Lichtenau wurden 19 Fotofallen Anfang März 2011 aufgestellt. Drei Fallen wurden im Lauf des Jahres umplatziert.

